Ein Handbuch für lokale Verantwortungsträger
Der Polizeihauptkommissar der Lokalpolizei von Gandia und ehemaliger Polizeioberst der Lokalpolizei von Dénia, José Martínez Espasa, sowie der Professor für Kriminologie und Psychologie der Katholischen Universität von Valencia, Adrián Jiménez Ribera, stellten ihr gemeinsames Werk in der Bibliothek von Dénia vor. Es handelt sich um ein technisches Fachbuch mit 700 Seiten, das sich an Gemeindeverantwortungsträger und Personen in Positionen der öffentlichen Sicherheit richtet.
Das Buch schlägt vor, urbane Sicherheit durch Prävention und Vorausplanung anzugehen und dabei die Bürgerbeteiligung als Achse einer Verwaltung zu verankern, die verschiedene Bereiche der Kommunalverwaltung durchzieht – über polizeiliche Maßnahmen hinaus.
Aufforderung zur Einbeziehung der ganzen Gesellschaft
Martínez Espasa beschrieb das Werk als „einen Handlungsaufruf“ und begründete seinen Ansatz damit, dass „es sehr schwierig ist, wenn Sicherheit und die Lösung von Problemen allein von der Polizei geleitet werden“.
Der Stadtrat für öffentliche Sicherheit in Dénia, Javier Scotto, Verfasser des Buchvorworts, nahm an der Veranstaltung teil und definierte den Vorschlag als „eine Umgestaltung des konservativen Sicherheitsmodells“. Scotto fügte hinzu, dass „man Sicherheit nicht allein aus einer strafenden Perspektive verstehen kann“.
In der anschließenden Diskussion beteiligte sich auch der Kriminologe Vicente Garrido, der verteidigte, dass Präventionsmaßnahmen „von unten nach oben“ aufgebaut werden müssen – beginnend mit Arbeit in den Stadtvierteln.
Gentrifizierung, Wettbüros und neue Bedrohungen
Sowohl die Autoren als auch die anderen Teilnehmer drückten Besorgnis darüber aus, wie Gentrifizierung, Schließung von kleinen lokalen Geschäften und Abwanderung älterer Menschen aus bestimmten Vierteln die Sicherheit beeinflussen. Martínez Espasa wies auch auf die Zunahme von Ferienwohnungen und Wettbüros als Faktoren hin, die diese Bereiche beeinflussen, obwohl dieser Punkt nicht unabhängig bestätigt wurde.
In der Debatte wurden auch Gemeinderessourcen erwähnt, die gegen Cybermobbing, Gewalt gegen Frauen unter Jugendlichen und Sexualdelikte in Nachtausgeh-Bereichen ausgerichtet sind.